iQ mobility

integriertes Qualitäts- und Mobilitätsmanagement im straßengebundenen Verkehr der Region Berlin-Brandenburg

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat zum neuen Forschungsschwerpunkt „Verkehrsmanagement 2010“ aus 114 eingereichten Projektvorschlägen 7 Vorhaben zur Förderung ausgewählt: Mit dabei ist das Forschungsprojekt iQ mobility. Bei einem Gesamtvolumen von 9 Mio. € wird das Projekt iQ mobility vom BMBF mit 4 Mio. € gefördert. Das Projekt läuft bis Mitte 2008. Nach einem erfolgreichen Test in 2007 sollen die Forschungsergebnisse praktisch umgesetzt werden.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Verkehrsqualität auf dem vorhandenen Straßennetz in der Gesamtregion durch intelligente Verkehrssteuerungsmaßnahmen zu verbessern. Als Qualitätskriterien werden neben verkehrlichen Kenngrößen (fließender Verkehr, Stau, Reisezeiten) auch die Auswirkungen auf die Luftschadstoff- und Lärmbelastung und die Verkehrsunfälle betrachtet. Dabei werden der PKW- und LKW-Verkehr, der Bus- und Straßenbahnverkehr, aber auch der Fußgänger- und Radverkehr betrachtet. Neu ist bei der Ableitung von Verkehrssteuerungsmaßnahmen im Straßenverkehr neben der Einbeziehung aller Verkehrsarten die gleichzeitige Berücksichtigung von Verkehrs-, Umwelt- und Sicherheitskriterien.

Schwerpunkte des Projektes sind:

  • Die Steuerung des Straßenverkehrs in der Gesamtregion Berlin-Brandenburg mit den Zentren Berlin und Potsdam. Neu ist die Verknüpfung der Verkehrsregelungszentralen des öffentlichen Verkehrs und des Stadtstraßenverkehrs von Berlin und Potsdam.
  • Die Reduzierung von Stau durch abgestimmte Informations- und Steuerstrategien bei Großveranstaltungen, Baustellen oder Demonstrationen. Neu ist dabei, dass für die jeweiligen Ereignisse schnell und flexibel zu verändernde Lichtsignalprogramme und Verkehrslenkungsmaßnahmen für den Kfz-Verkehr sowie für Busse und Straßenbahnen bereitgestellt werden.
  • Das frühzeitiges Eingreifen durch Verkehrssteuerungsmaßnahmen bei absehbaren Verkehrsstaus an kritischen Straßenabschnitten oder bei verkehrsbedingten Umweltbelastungen, falls das Überschreiten von Luftschadstoffgrenzwerten und eine damit verbundene Straßensperrung droht. Neu ist die Entwicklung entsprechender Frühwarnsysteme und die Steuerung des Straßenverkehrs auch nach Umweltkriterien.
  • Das Zusammenführung bereits vorhandener Verkehrs-, Umwelt- und Unfalldaten aus unterschiedlichen Quellen (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Polizei, Verkehrsmanagementzentralen in Berlin und Brandenburg, rechnergestützte Betriebsleitsysteme der öffentlichen Verkehrsunternehmen) zum Aufbau eines übergreifenden Qualitätsbewertungssystems für den Straßenverkehr. Neu ist die räumliche Verknüpfung aller Daten in einem einheitlichen Analysenetz sowie
  • die Nutzung der zusammengeführten Daten zur kontinuierlichen Bewertung der bestehenden Situation und zur Verbesserung von Verkehrssteuerungsmaßnahmen.

Das verkehrsmittelübergreifende Qualitätsmanagement ist ein Instrument, mit dem erstmalig die Wirkungen von Steuerstrategien bereits im Vorfeld dargestellt werden können. Es bietet u.a. der Politik und Verwaltung die Möglichkeit, unter Einbeziehung aller Verkehrsteilnehmer die Folgen verkehrspolitischer Entscheidungen im Voraus zu ermitteln. Gleichzeitig ist es eine Kontrollinstrument für die Einhaltung der neuen Europäischen Richtlinien zur Luftqualität. Darüber hinaus liefert es wichtige Erkenntnisse zur Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm.

Partner des Projektkonsortiums sind:

  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (Verkehrslenkung Berlin)
  • Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg
  • BVG – Berliner Verkehrsbetriebe
  • heureka Consult – GbR Dr.-Ing. M. Garben, Dipl. Ing. J. Boesefeldt
  • Hoffmann-Leichter Ingenieurgesellschaft mbH
  • IVU Traffic Technologies AG
  • PTV Planung Transport Verkehr AG
  • Siemens AG
  • Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Potsdam
  • ViP – Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH
  • VMZ Berlin Betreibergesellschaft mbH.

Für die Projektpartner ist die Mitwirkung in dem Forschungsvorhaben aus verschiedenen Gründen bedeutsam. Neu ist, dass ganzheitliche Verfahren zu einem verkehrsmittelübergreifenden Qualitäts- und Verkehrsmanagement für eine Gesamtregion entwickelt und praktisch erprobt werden. Die Verfahren sollen wiederum in eigene, bestehende Systeme integriert werden, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen auch auf internationalen Märkten gestärkt wird.

Dem Projekt wird aufgrund des innovativen Ansatzes vom BMBF eine große Bedeutung auch für andere Verkehrsregionen in Deutschland zugeschrieben. Zugleich leistet es einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Region Berlin-Brandenburg als „Kompetenzzentrum Verkehr“.

Die heureka Consult ist verantwortlich für die Gesamtprojekt- koordination und ist Forschungspartner bei der Entwicklung des Qualitätsmanagements im straßengebundenen Verkehr.

/ Wangenheimstr. 44 / 14193 Berlin / Tel. +49 - 30 - 897 272 93